Januar, 2tausendneuesjahr
Da habe ich mir gerade angewöhnt nicht mehr `010, zu schreiben, schon ist das Jahr vorbei. Wer hat eigentlich hinter meinem Rücken beschlossen es so kurz zu gestalten, dass ich nicht mal einen Funken von persönlicher Produktivität entfachen konnte? 2010 das Jahr des deprimierenden Stillstandes… Der Vergangenheit hinterher zu trauern ist leider nur eine feige Flucht in Illusionen, “hätte ich doch damals nur…, vielleicht würde ich jetzt… und überhaupt” bringt absolut gar nichts. Was nützt es mir krampfhaft an einem Wunsch festzuhalten, der eben in genau dieser Form überhaupt nicht realisierbar sein kann, weil die Realität die Perfektion der Wunschvorstellung niemals auch nur annähernd erfüllen könnte? Ausserdem hemmt dieser Vorgang jegliche weitere Entwicklung und Stagnation ist nun wirklich nicht die Quelle des höchsten Glücks, zumindest nicht was mich betrifft. Mein Ziel: “Null-elf” sollte seinem kleinen Bruder etwas voraus haben, das bedeutet: Mutti muss was ändern. Ich habe lange überlegt was genau das sein könnte und kam zu dem Schluss, dass ich es nicht weiss. Ich beschloss einfach irgendetwas zu ändern und nahm mir vor ein besserer Mensch zu werden. Klingt erstmal leicht und ziemlich oberflächlich, weil besser nicht super sondern einfach nur etwas verbessert bedeutet und das Volumen der Verbesserung in dieser Zielsetzung gar nicht genau abgesteckt ist. Doch genau da fangen die Schwierigkeiten an. Wer bestimmt was besser ist und um wie viel ist es denn besser als das vorher? Was muss ich dafür tun und in welcher Masse? Wenn ich beispielsweise jeden Tag bewusst eine Gute Tat begehe, macht mich das dann zu einem besseren Mitmenschen? Ich meine jemandem der keine Hand freihat die Tür aufzuhalten, oder einer alten Dame im Bus den eigenen Sitzplatz anzubieten, ist das nicht eigentlich etwas, das automatisch geschehen sollte? Natürlich kann man nicht überall helfen und würde zweifellos bei dem Versuch genau das zu realisieren sein eigenes Leben völlig verlieren, weil man nie etwas für sich selbst tun könnte in dem Gedanken dann möglicherweise einer behelfbaren Person nicht unter die Arme greifen zu können. Aber was sollte man dann tun? Mehr lächeln, weniger lügen, gesünder und nachhaltiger Leben? Ich denke man kann nicht bewusst ein besserer Mensch werden, da das Gutsein einer Person nicht bewertet werden kann. Niemand kann objektiv bestimmen wer wie gut ist, da es keine allgemein gültigen Richtlinien dafür gibt und auch nie geben kann, da in dem Moment wo sie entstünden die Menschlichkeit verloren gegangen sein müsste, welche nun mal aus unberechenbarer Individualität besteht. Verwirrung. Ich beschliesse meinen Plan für 2011 zu ändern und entscheide mich für etwas mehr Risikofreude, von der ich mir ein bisschen Veränderung und Aufregung erhoffe. In diesem Sinne wünsche ich schnell noch ein frohes neues Jahr, bevor es wieder vorbei ist.